Der neue Audi S1 EKS RX 2018: Das sind die wichtigsten Änderungen

Audi S1 EKS RX quattro. Bild: Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH

Mattias Ekström war mit dem nagelneuen Audi S1 EKS RX quattro bei den offiziellen WRX-Testtagen in Silverstone schnellster Fahrer. Mit dem deutlich überarbeiteten S1 dürfte also auch in dieser Saison zu rechnen sein. Auch dank der Unterstützung von Audi Sport: Erstmals waren Ingenieure von Audi (offiziell) bei der Weiterentwicklung des Autos eingebunden.

Die optisch auffälligsten Veränderungen des neuen Audi S1 EKS RX quattro betreffen die Aerodynamik und die Kühlung. So ist der Heckflügel des neuen S1 komplett neu gestaltet. Zudem wurde ein neuer Air-Intake in der Front, sowie an den beiden hinteren Seitenfenstern integriert.

Audi S1 EKS RX quattro. Bild: Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH
Audi S1 EKS RX quattro. Bild: Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH

Die Aerodynamik des Audi S1 EKS RX quattro 2018

Der komplexe Heckflügel des Allrad-Sportlers ist ein Ergebnis der verstärkten technischen Kooperation zwischen der Audi-Motorsportabteilung und EKS Audi Sport. „In der vergangenen Saison haben wir begonnen, das Team von Mattias Ekström in der Rallycross-WM werkseitig zu unterstützen“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Nun waren unsere Ingenieure auch erstmals bei der Weiterentwicklung des Autos eingebunden.“

Mit innovativen Aerodynamik-Konzepten war Audi der Konkurrenz in den vergangenen Jahren bereits bei den LMP-Sportwagen und in der DTM entscheidende Schritte voraus. Dieses Know-how floss nun in die zweite Generation des Audi S1 EKS RX quattro. Der neue Heckflügel erzeugt mehr Abtrieb bei gleichzeitig reduziertem Luftwiderstand. Auch die Lage der Kühler und die Luftzufuhr haben die Ingenieure mit Blick auf maximale Effizienz optimiert. Sie werden nun über Lufteinlässe im Dach und in den hinteren Seitenscheiben versorgt.

Audi S1 EKS RX quattro. Bild: Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH
Audi S1 EKS RX quattro. Bild: Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH
Audi S1 EKS RX quattro. Bild: Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH
Audi S1 EKS RX quattro. Bild: Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH
Audi S1 EKS RX quattro. Bild: Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH
Audi S1 EKS RX quattro. Bild: Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH

„Die Veränderungen an der Aerodynamik sieht man auf den ersten Blick“, sagt Mattias Ekström. „Aber auch unter der Karosserie hat sich eine Menge getan“.

Optimierungen am Motor

Gegenüber dem Audi S1 EKS RX quattro der ersten Generation haben die Techniker die Lage des zwei Liter großen Vierzylinder-Turbomotors verändert. Das wiederum zog umfangreiche Modifikationen am Ölhaushalt nach sich. Erstmals zum Einsatz kommt in diesem Jahr ein Umluft-System, das den Turbolader auch dann auf Drehzahl hält, wenn der Fahrer vom Gas geht. Die Software des Motors ist ebenfalls neu.

Die maximale Motorleistung stieg auf 580 PS (426 kW). Allerdings stand bei der Weiterentwicklung nicht die maximale Leistung, sondern die Fahrbarkeit im Fokus. Hierfür haben die Ingenieure auch den Ladedruckaufbau im Teillast- und Schubbetrieb optimiert.

„Wir haben spürbar mehr Motorleistung als je zuvor“, sagt Mattias Ekström, der nach den ersten Testrunden mit dem neuen Motor auf Mallorca mit einem breiten Grinsen aus dem Cockpit kletterte. „Noch wichtiger ist, die Leistung auch auf den Boden zu bringen.“

Der Volllastanteil ist auf den meist kurzen und winkeligen Rallycross-Strecken eher klein. Den höchsten Anteil hat der Kurs im kanadischen Trois-Rivières mit rund 40 Prozent. Große Bedeutung haben daher das Fahrwerk, die Stoßdämpfer und die Traktion.

Die technischen Daten des neuen Audi S1 EKS RX quattro 2018

Technische Daten - Audi S1 EKS RX quattro 2018

„Es ist die Summe vieler kleiner Details, die den Fortschritt ausmachen“

„Es ist die Summe vieler kleiner Details, die den Fortschritt ausmachen“, sagt Mattias Ekström. „Wir haben uns in allen Bereichen verbessert und wissen, um wie viel schneller unser neues Auto ist. Ich bin sehr zufrieden mit der geleisteten Arbeit und hoffe, es reicht, um Siege zu feiern und wieder regelmäßig auf dem Podium zu stehen. Gleichzeitig haben wir sehr starke Kon­kurrenten, die alle nicht geschlafen haben. Erst in Barcelona werden wir sehen, wo wir stehen.“

Dennoch lässt sich „Eki“ zu einer Kampfansage hinreißen: „Wir haben einen deutlichen Schritt gemacht, die ersten Testfahrten verliefen vielversprechend. Im vergangenen Jahr sind wir als Gejagte in die Saison gestartet, nun sind wir die Jäger.“

Mit Andreas Bakkerud hat Mattias Ekström zudem einen neuen Teamkollegen, der bereits erste Einsätze mit dem Team absolviert hat. „Für mich ging es in den vergangenen Wochen vor allem darum, mich so schnell wie möglich an den Audi S1 EKS RX quattro zu gewöhnen, der doch etwas kürzer ist als die Autos, die ich bisher gefahren bin“, sagt der Norweger vor allem in Bezuig auf den Ford Focus RS RX aus 2017, der auch einen deutlich längeren Radstand aufwies.

„Der erste Eindruck ist super. Mich fasziniert auch die Arbeitsweise des Teams, das auf kleinste Details Wert legt, die am Ende den Unterschied ausmachen. Klar ist: Mattias ist nicht nur ein brillanter Fahrer, sondern auch ein exzellenter Techniker. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und versuche, von ihm so viel wie möglich zu lernen. Im ersten Schritt möchte ich von Anfang an mithelfen, dass EKS Audi Sport die Team-Weltmeisterschaft gewinnt. Schritt zwei ist der Fahrertitel, der langfristig mein ganz großes persönliches Ziel ist.“

In Barcelona startet die WRX am 14. und 15. April die neue Saison. EKS Audi Sport hat am Teamsitz im schwedischen Fagersta zwei neue Autos aufgebaut. Der Audi S1 EKS RX quattro mit der Chassisnummer 006 ist das Einsatzauto von Neuverpflichtung Andreas Bakkerud, Mattias Ekström erhält Chassis 007. 

Über Moritz Nolte 83 Artikel
Moritz Nolte arbeitet als Motorjournalist und Social-Media-Berater für die Automobilindustrie. Bereits seit 2007 schreibt er im Kundenauftrag Motorsportreportagen - unter anderem für Opel Motorsport und Bilstein. Seit 2017 betreibt er worldrallyx.de. Privat ist Moritz als begeisterter Trackday-Fahrer auf Europas Rennstrecken mit seinem Toyota GT86 unterwegs.