EKS-CEO Klas Boman: So unterstützt uns Audi

Audi S1 EKS. Bild: FIAWorldRallycross.com

Peugeot geht in dieser Saison als offizielles Werksteam in die Rallycross-WM (WRX). Und auch das Engagement von Volkswagen bei PSRX gilt als mehr oder weniger (in-)offizielles Werksengagement. Doch wie sieht es bei Audi und EKSRX aus? Klas Boman, Geschäftsführer beim Team von Mattias Ekström, hat sich jetzt in die Karten schauen lassen.

Unter dem neuen Namen EKS Audi Sport treten Audi und EKSRX in der FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft (World RX) mit zwei neu aufgebauten Audi S1 EKS RX quattro an. Neben Teamchef und Fahrer Ekström geht im zweiten Auto mit Andreas Bakkerud einer der erfolgreichsten Rallycross-Piloten an den Start.

Das Engagement der Neckarsulmer wurde für 2018 ausgebaut – eine zentrale Forderung von Mattias Ekström, der seine DTM-Karriere zugunsten seiner Rallycross-Laufbahn beendete. An Selbstbewusstsein und Tatendrang mangelt es dem Schweden nicht: „Mit der Unterstützung durch Audi können wir voll angreifen“, freut sich der Schwede. „Es war klar, dass wir etwas verändern müssen. Daher bauen wir zwei neue Autos auf und weisen die Konkurrenz um Volkswagen und Peugeot in die Schranken.“

Dem norwegischen Motorsport-Portal Parcferme.no verriet Klas Boman, CEO bei EKSRX, jetzt: „Die Unterstützung, die wir vom Werk erhalten, ist eine Kombination aus Geld und Stunden.“ Stunden seien demnach Arbeitsstunden, die Audi Sport erbringt. „Was uns von Peugeot und Volkswagen unterscheidet, ist, dass wir die Autos selbst bauen und besitzen“, so Boman.

EKSRX-CEO Klas Boman. Bild: EKS/Jaanus Ree, Creative Commons
EKSRX-CEO Klas Boman. Bild: EKS/Jaanus Ree, Creative Commons

Der Schwede stellt aber auch klar: „Wir erhalten nicht mehr Geld, bekommen aber mehr Arbeitsstunden“. Dabei ist das Unternehmen EKSRX schon nicht mehr wirklich klein: Ekström und Boman beschäftigen immerhin 40 Mitarbeiter. Dazu sollen mindestens „fünf, sechs, sieben Leute von Audi Sport“ kommen, die bei den Rennen dabei sind.

Ein Großteil des Audi-Know-Hows komme aus dem Rundstreckensport. „Besonders gut sind sie beim Thema Aerodynamik“ – ein Aspekt, dem immer mehr Bedeutung zukommt. „Wenn man sich zum Beispiel den Kurs in Kanada anschaut, ist es eine einfache Strecke von fast 900 Metern. Dort spielt die Aerodynamik eine wichtige Rolle“, ist Boman überzeugt.

Ein Duell, das auch 2018 die Fans elektrisieren dürfte: Audi gegen VW. Bild:
Ein Duell, das auch 2018 die Fans elektrisieren dürfte: Audi gegen VW. Bild:

Doch bei EKSRX vertrauen sie nicht nur auf Audi-Techniker. So verstärkten sich die Schweden kürzlich mit zwei neuen Ingenieuren. „Wir haben zwei Ingenieure mit guten Rallye-Fähigkeiten eingestellt. Einer war bis vor kurzem Entwicklungsingenieur bei Hyundai Motorsport und beginnt jetzt bei uns. Der andere kommt von Opel Motorsport, der auch bei Skoda Motorsport gearbeitet hat“, erzählt Boman.

Aus Kostengründen verzichtet EKS Audi Sport in dieser Saison auf einen dritten Fahrer. Der Einsatz von Reinis Nitiss in der letzten Saison sei ein Minusgeschäft gewesen. Sowieso, die Finanzen: Ein spannendes Thema. Zwar lässt sich Boman nicht direkt in seine Karten, respektive in seinen Etat blicken. Dennoch verrät der Schwede: „Für ein allgemein gutes Team müssen Sie jetzt mindestens 50 Millionen Norwegische Kronen haben“ – also umgerechnet etwa 5,17 Millionen Euro. Rallycross war auch chon mal günstiger…

Über Moritz Nolte 85 Artikel
Moritz Nolte arbeitet als Motorjournalist und Social-Media-Berater für die Automobilindustrie. Bereits seit 2007 schreibt er im Kundenauftrag Motorsportreportagen - unter anderem für Opel Motorsport und Bilstein. Seit 2017 betreibt er worldrallyx.de. Privat ist Moritz als begeisterter Trackday-Fahrer auf Europas Rennstrecken mit seinem Toyota GT86 unterwegs.