Interview mit Romano Schultz

Romano Schultz. Bild: PR Motorsport

Romano Schultz geht auch in dieser Saison mit einem S1600-Citroen Saxo in der FIA CEZ 2018 an den Start. Was der Deutsche Rallycross-Meister von 2017 in der Super1600-Klasse von der neuen Saison erwartet und was er sonst so treibt, hat er im exklusiven Interview mit worldrallyx.de verraten!

Romano, Du bist im letzten Jahr erstmals bei einem Rennen in der FIA CEZ (Central European Zone) Rallycross Championship gestartet. Warum absolvierst du in diesem Jahr eine ganze Saison?
Zuerst einmal werde ich nicht die ganze CEZ Saison bestreiten. Leider gibt es da zu viele Überschneidungen mit der DRX und der WRX, welche ich beide aktuell priorisiere. Die Entscheidung 2018 nicht in der DRX, sondern nur in der FIA CEZ bei den S1600 zu starten, fiel im letzten Jahr, als ich bei einem Gaststart in Fuglau den dritten Platz belegen konnte. Ich habe persönlich die Einstellung, dass man mit seinen Aufgaben wächst. Da die Konkurrenz dort stärker ist als in Deutschland, haben wir uns schon früh dazu entschieden. Dazu kommt noch, dass mir meine Rolle als Fahrercoach in der DRX auch sehr viel Spaß macht.

Was sind deine Ziele?
Ich möchte 2018 meinen Rallycrosshorizont erweitern und mehr neue Strecken fahren. Die Ergebnisse sind in diesem Jahr eher zweitrangig. Ich weiß, wo meine/unsere Defizite sind und ich weiß auch, dass wir diese nur mit mehr Erfahrung weg machen können. Außerdem plane ich jetzt schon für 2019. Dazu kann ich aber jetzt noch nichts sagen.

Wäre die EuroRX nicht auch eine Alternative?
Auf jeden Fall. Liegt nur leider noch nicht in unserem Budgetbereich.

Was sagst du zur kommenden GRC Europe?
Ich finde, das ist genau das, was dem RX Sport gefehlt hat. Ich bin bereits jetzt schon ein großer Fan von dem Konzept. Bleibt abzuwarten wie sich die Kosten entwickeln und wie gut die Vermarktung funktioniert.

Zurück zur FIA-CEZ: Du bist für die Meisterschaft ja nicht punktberechtigt. Aber wer sind die härtesten Konkurrenten aus deiner Sicht?
Ganz klar die PASR Fahrer Josef Susta und Tomas Krejcik. Die Autos sind sehr gut und mit Josef Susta haben wir einen der besten S1600-Fahrer im Feld.

Warum fährst du nicht in der DRX?
Wir sind als Team PR Motorsport mit vier Fahrzeugen an unserer logistischen und kapazitiven Grenze angekommen. Wir legen mehr Wert auf Klasse statt Masse.

Welche Änderungen habt ihr an deinem Auto umgesetzt?
Nicht viel. Nur Umbauten welche mir fahrerisch mehr liegen. Ich lege aktuell mehr Wert auf Zuverlässigkeit als auf Performance.

 

Welchen Anteil an der Gesamt-Performance im RX hat deiner Meinung nach das Auto und welchen der Fahrer?
Das kann man so pauschal nicht sagen. Entscheidend ist, dass das Paket zwischen Fahrer und Auto funktioniert. In der DRX ist es aber zum Beispiel bei den RallyCars ganz einfach. Nimm dir ein Auto mit Allrad und Turbomotor, dann ist dir ein Platz unter den top drei sicher. Internationale Klassen wie SuperCars und S1600 sind da deutlich besser reguliert. Da sorgen deutlich mehr der Fahrer und dessen Durchsetzungsvermögen für ein gutes Ergebnis.

Wie stehst du zur aktuellen Entwicklung im Rallycross? Und wie ist deine Meinung zum E-Rallycross?
Die allgemeine Entwicklung des Rallycross sehe ich sehr positiv. Der Zuspruch wird immer besser und die allgemeine Reichweite steigt immer mehr an. Ich hatte in der Vergangenheit schon sehr viel mit Elektrofahrzeugen zu tun und bin sie auch viel gefahren. Somit hat das für mich auch seinen Reiz und ich bin davon nicht prinzipiell abgeneigt. Es bleibt abzuwarten, wie die technischen Regularien sich entwickeln werden und ob es überhaupt möglich ist, die entsprechende Infrastrucktur an den Rennstrecken zu schaffen. Aber die Rennen werden sicher nicht weniger spannend.

Du greifst ja nicht nur ins Lenkrad, sondern bist auch sonst ziemlich aktiv in der Rallycross-Szene. Erzähl unseren Lesern doch mal ein bisschen über deine Projekte!
Mein größtes Projekt ist natürlich PR Motorsport, welches ich mit meiner Frau gemeinsam führe. Hier agiere ich nicht nur als Fahrer sondern auch als Teamchef und Fahrercoach. Mein zweites Projekt ist die Moderation der WRX als Experte Live auf Pro7Fun. Es ist bereits mein drittes Jahr, welches ich mir dort mit Martin Kummerow teile.

Über Moritz Nolte 78 Artikel
Moritz Nolte arbeitet als Motorjournalist und Social-Media-Berater für die Automobilindustrie. Bereits seit 2007 schreibt er im Kundenauftrag Motorsportreportagen - unter anderem für Opel Motorsport und Bilstein. Seit 2017 betreibt er worldrallyx.de. Privat ist Moritz als begeisterter Trackday-Fahrer auf Europas Rennstrecken mit seinem Toyota GT86 unterwegs.