Mattias Ekström und EKSRX : Die Zeit wird knapp

Mattias Ekström im Audi S1 von 2017. Bild: Audi AG

In rund zweieinhalb Monaten startet die Rallycross-WM (WRX) beim World RX of Catalunya in Barcelona. Für Mattias Ekströms Team EKSRX wird die Zeit knapp, denn die neuen Autos existieren bislang nur virtuell am Computer.

Im November forderte Mattias Ekström mehr Werksunterstützung von Audi – vor allem in Anbetracht der Dominanz von Petter Solbergs VW-unterstütztem Team PSRX:  „Wir müssen noch etwas schneller werden. Außerdem müssen sich all unsere Partner einbringen, damit wir weiter machen können. Wir sind von jedem einzelnen von ihnen abhängig.“

Am Montag bestätigte Audi Sport, dass Ekströms Team EKSRX 2018 noch mehr Unterstützung erhalten wird. Allerdings scheint die Zeit gegen Ekström und sein Team zu spielen.

Gegenüber Motorsport-Total erklärte der 39-Jährige jetzt: „Die Autos sind im Computer, aber in der Realität gibt es noch keine“. Es bleiben also nur noch rund zehn Wochen für die Finalisierung der CAD-Daten, den Aufbau der neuen Audi S1 und Testfahrten auf der Strecke. Das wird eng.

Die alten Audi S1 wurden verkauft, mit den neuen muss also auf Anhieb alles passen, will man den VW Polo GTI RX gefährlich werden.

Nicht nur Beobachter sind skeptisch, ob das gelingen kann. Ekström: „Technisch haben sie einen gewaltigen Vorsprung, aber wir werden alles versuchen, um so nahe wie möglich zu kommen und Druck auszuüben.“

Audi-Motorsportchef Dieter Gass ist optimistisch, denn Audi Sport sei „früher im Entwicklungsprozess eingebunden“ gewesen und habe technisch mehr unterstützen können. „Die Entwicklung ist gut fortgeschritten und es wird bald die ersten Tests geben.“

Fehlendes Material ist das eine. Fehlende Fahrer das andere. Nach der Trennung von Topi Heikkinen und Reinis Nitiss steht EKSRX – bis auf Mattias Ekström – noch ohne Fahrer da.

Optimistisch: Mattias Ekström und Dieter Gass, Head of Audi Sport.
Optimistisch: Mattias Ekström und Dieter Gass, Head of Audi Sport.

Allerdings dürfte das Team bald komlettiert werden, es sind genügend Fahrer auf dem Markt. In der Szene hofft man, dass Ex-Hoonigan Fahrer Andreas Bakkerud zu EKS stoßen wird. Auch Timo Scheider steht noch ohne Team da und könnte zusammen mit Mattias Ekström ein Team der Ex-DTM-Champions formen.

„Wir haben schon eine Liste mit vier bis sechs Fahrern“, kommentiert Mattias Ekström. „Man wird bald sehen, wer es am Ende wird, aber bevor wir das entscheiden, wollten wir auch genau wissen, was ich machen werde. Wir werden versuchen, den besten Fahrer zu bekommen, den wir mit unseren Voraussetzungen nehmen können.“

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Über Moritz Nolte 38 Artikel
Moritz Nolte arbeitet als Motorjournalist und Social-Media-Berater für die Automobilindustrie. Bereits seit 2007 schreibt er im Kundenauftrag Motorsportreportagen - unter anderem für Opel Motorsport und Bilstein. Seit 2017 betreibt er worldrallyx.de. Privat ist Moritz als begeisterter Trackday-Fahrer auf Europas Rennstrecken mit seinem Toyota GT86 unterwegs.

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