Nach schwachem Start: Johan Kristoffersson vermöbelt erneut die WRX-Konkurrenz!

Johan Kristoffersson siegt in Kanada. Bild: FIAWorldRallycross.com

Gegen Johan Kristoffersson ist in dieser Saison kein Kraut gewachsen. Nach schwachem Beginn beim WRX-Lauf in Kanada am Samstag steigerte sich der amtierende Weltmeister erheblich und zeigte der Konkurrenz einmal mehr eindrucksvoll, wo der Hammer hängt.

Gespannt verfolgte die Rallycross-Fangemeinde, welche Teams in der Sommerpause die beste Arbeit geleistet hatten. Denn nahezu alle Teams hatten in Kanada neue Updates dabei. EKS Audi Sport etwa hatte Detailverbesserungen an Motor und Fahrwerk vorgenommen, um der Dominanz von PSRX Volkswagen Schweden endlich ein Ende zu bereiten. Team Peugeot Total hatte im Juli „hart am Setup“ des Peugeot 208 RX gearbeitet.

Am Samstag keimte bei den Fans tatsächlich Hoffnung auf: Sollte die WM wieder spannend werden? Denn in den ersten beiden Quali-Läufen sah es ganz danach aus, als hätten sich EKS Audi Sport und Team Peugeot Total erheblich verbessert. In Q1 und Q2 waren Peugeot-Pilot Sébastien Loeb und Audi-Treter Mattias Ekström die schnellsten Fahrer in Trois-Rivieres. Mit Petter Solberg fuhr ein VW-Pilot immerhin zwei Mal auf Rang drei. Und Kristoffersson? Der fuhr zunächst lediglich die zehntschnellste Zeit und in Q2 auf Platz 7. Erstaunlich.

Ab Q3 war gegen den Schweden aber nichts mehr zu holen. Der VW-Werkspilot VW-Pilot startete zwar stets schlechter in die Rennen – da schienen Peugeot und Audi deutlich stärker – gewann jetzt aber jedes seiner Rennen und setzte sich auch im Finale klar durch.

Mit 195 Punkten führt der VW-Polo-R-Supercar-Fahrer nun die WM an. Abgeschlagen dahinter: Sébastien Loeb und Timmy Hansen mit jeweils 140 Punkten, die gegenüber Andreas Bakkerud und Petter Solberg in Kanada Boden gutmachen konnten: Timmy Hansen fuhr auf Rang 2 und Séb Loeb auf Platz 3. Audi-Pilot Mattias Ekström fuhr auf Platz vier, nachdem sich Andreas Bakkerud mit einem gebrochenen Aufhängungsteil und einem wenig funktionstüchtigen Hinterrad aus  dem zweiten Halbfinale verabschiedet hatte. Platz 5 erklomm Petter Solberg, Rang 6 Janis Baumanis.

Am Sonntag war gegen Johan Kristoffersson kein Kraut gewachsen. Bild: FIAWorldRallycross.com
Am Sonntag war gegen Johan Kristoffersson kein Kraut gewachsen. Bild: FIAWorldRallycross.com

Vor allem für EKS Audi Sport war das Ergebnis mit einem Fahrer auf Rang 4 schlicht enttäuschend. „Wir hatten in Kanada eine wirklich gute Basis“, fasste  Mattias Ekström zusammen. „Wir haben seit dem Saisonbeginn beispielsweise unsere Starts stark verbessert. Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir vom ersten Überseerennen der Saison keine Trophäen nach Hause bringen können. Doch die Abstände waren hier sehr klein und auch die Konkurrenz hat hart gearbeitet, sodass einige kleine Fehler größere Folgen hatten. Wir müssen uns weiterhin mit Vollgas vorbereiten, um beim nächsten Rennen in Lohéac zurückzuschlagen.“

Petter Solberg half seinem Teamkollegen mit all seiner Erfahrung. Bild: FIAWorldRallycross.com
Petter Solberg half seinem Teamkollegen mit all seiner Erfahrung. Bild: FIAWorldRallycross.com

Johan Kristoffersson überraschte nach dem gewonnenen Finale mit einer ehrlichen Einschätzung seines Wochenendes: „Habt ihr gedacht, dass ich meine Race Pace am Strand vergessen hatte? Ich auch! Ernsthaft, der Samstag war hart. Ich hatte viel Verkehr und es lief einfach nicht für mich. Ich war ziemlich frustriert am Samstagabend“. An diesem Punkt kam Petter Solberg ins Spiel: „Wisst ihr, das war ein Punkt, an dem es wirklich gut ist, einen Teamkollegen wie Petter Solberg zu haben. Ich glaubte, in den Schotter-Abschnitten etwas Zeit zu verlieren. Also haben wir uns zusammengesetzt und alles durchgesprochen. Am Sonntag habe ich dann alles gemacht, was Petter mir gesagt hatte…“

Über Moritz Nolte 80 Artikel
Moritz Nolte arbeitet als Motorjournalist und Social-Media-Berater für die Automobilindustrie. Bereits seit 2007 schreibt er im Kundenauftrag Motorsportreportagen - unter anderem für Opel Motorsport und Bilstein. Seit 2017 betreibt er worldrallyx.de. Privat ist Moritz als begeisterter Trackday-Fahrer auf Europas Rennstrecken mit seinem Toyota GT86 unterwegs.