Vorschau: World RX of Norway in Hell

Bild: FIAWorldRallycross.com

Im Interview mit worldrallyx.de Anfang Februar zeigte sich Andreas Bakkerud angriffslustig: Es werde Zeit für einen Weltmeister-Titel. Bei nun schon 22 Punkten Rückstand auf den WM-Führenden Johan Kristoffersson nach nur vier Veranstaltungen muss der Audi-Pilot dringend maximal punkten. Die Hoffnungen des Norwegers ruhen auf seinem Heimspiel am Wochenende.

Die Rallycross-Strecke im norwegischen Hell ist nicht nur eine der absoluten Lieblingsstrecken des Norwegers. Bakkerud liegt die Strecke: 2016 gelang ihm dort im Ford Focus RX als erstem Fahrer in der WRX-Geschichte ein perfektes Wochenende mit sechs Siegen bei sechs Rennen und maximaler Punktausbeute. Im vergangenen Jahr wurde er in Hell Zweiter.

Andreas Bakkerud in Hell 2016. Bild: FIAWorldRallycross.com
Andreas Bakkerud in Hell 2016. Bild: FIAWorldRallycross.com

„Ich freue mich riesig darauf“, sagt Bakkerud, der diverse Aktionen mit seinen Fans plant. „Hell ist mein Heimspiel und gleichzeitig eine meiner absoluten Lieblingsstrecken. Nach meinem Podium für EKS Audi Sport in Silverstone möchte ich mehr – am liebsten natürlich einen Sieg.“

Auch Bakkeruds Teamchef Mattias Ekström ist ein großer Fan von Hell. „Die Strecke ist einfach fantastisch“, sagt der Schwede. „Meine Lieblingskurve ist Turn 2, eine Linkskurve bergab. Da denkt man, das Auto bekommt einen Schub Extra-Power. Der Eingang zur Joker-Runde ist einer der besten. Da stelle ich das Auto mit hoher Geschwindigkeit richtig schön quer. Die Zuschauer können die Strecke von fast allen Plätzen ganz einsehen.“

Zwischen Silverstone und Hell testete Ekströms Team EKS Audi Sport Stoßdämpfer, um den 580 PS starken Audi S1 EKS RX quattro weiter zu optimieren. „Wir sind in diesem Jahr sehr stark“, sagt Mattias Ekström. „Aber wir müssen uns weiter verbessern, damit wir die Teams von Peugeot und Volkswagen besiegen – und das wollen wir!“

Etwas dagegen hat naturgemäß PSRX Volkswagen Schweden. Das Team von Petter Solberg peilt den vierten Saisonsieg an. Das Team reist als Führender in der Fahrer- und Teamwertung nach Hell – und mit der Gewissheit, auch in dieser Saison wieder beste Chancen auf die Titel zu haben. Nach dem Sieg beim “World RX of Norway” in der vergangenen Saison gingen in der aktuellen Saison schon drei von bislang vier Siegen auf das Teamkonto.

Wollen in Norwegen nicht nur Autogramme schreiben: Johan Kristoffersson und Petter Solberg. Bild: PSRX Volkswagen Schweden
Wollen in Norwegen nicht nur Autogramme schreiben: Johan Kristoffersson und Petter Solberg. Bild: PSRX Volkswagen Schweden

Johan Kristoffersson geht als Favorit in das Rennen. „Ich habe hier vergangenes Jahr gewonnen. Das Volkswagen Polo R Supercar war dort unglaublich schnell. Ich hoffe, das wird auch in diesem Jahr so sein. Es ist eine echte Rallycross-Strecke, mit echtem Rhythmus“, so der Volkswagen Werksfahrer Pilot.

Petter Solberg hadert hingegen etwas mit Hell. „Es mag mein Heimrennen sein, aber es war nicht immer nett zu mir. Ich hatte hier etwas Pech, was sich diese Woche bitte ändern soll! In Silverstone das Finale verpasst zu haben, das war frustrierend. Und natürlich bin ich nicht zufrieden mit meinem Platz in der Fahrerwertung. Daran muss ich in Norwegen arbeiten. Ich brauche ein Ergebnis, mit dem ich wieder in die Spur komme“, hofft Solberg mit Blick auf seinen bisher enttäuschendes Saison – und seinen Ausfall im Semi-Final beim World RX in Silverstone.

Im Gegensatz zu Solberg liefert Peugeot-Pilot Sébastien Loeb in dieser Saison regelmäßig: Mit dem dritten Platz in Silverstone und damit seinem vierten Top-3-Ergebnis des Jahres unterstrich der Franzose in England nicht nur seine Konstanz, sondern auch seinen Anspruch auf den Weltmeistertitel 2018…

Sébastien Loeb hat seinen zweiten Sieg der Saison im Blick. Bild: FIAWorldRallycross.com
Sébastien Loeb hat seinen zweiten Sieg der Saison im Blick. Bild: FIAWorldRallycross.com

Beim World RX in Norwegen wird es zudem ein Wiedersehen mit zwei alten Bekannten geben: In der Nennliste tauchen mit Max J. Pucher und Alex Wurz zwei bekannte Gesichter des internationalen Motorsports auf. Die beiden Österreicher werden mit zwei MJP-Racing-Rallycross Ford Fiesta in Hell an den Start gehen.

Wie Alex Wurz auf seinem Twitter-Account im Mai bestätigte, wird der ehemalige Formel-1 und Langstrecken-Fahrer in Norwegen an den Start gehen. Bereits 2016 testete Wurz den RX-Fiesta von MJP. Auf Twitter schrieb Wurz: „Bisher bin ich ganze 24 Kilometer in einem RX-Auto gefahren. Ich hoffe, noch einmal vor Hell testen zu können.“

Über Moritz Nolte 80 Artikel
Moritz Nolte arbeitet als Motorjournalist und Social-Media-Berater für die Automobilindustrie. Bereits seit 2007 schreibt er im Kundenauftrag Motorsportreportagen - unter anderem für Opel Motorsport und Bilstein. Seit 2017 betreibt er worldrallyx.de. Privat ist Moritz als begeisterter Trackday-Fahrer auf Europas Rennstrecken mit seinem Toyota GT86 unterwegs.