Vorschau WRX Kanada: Welche Teams haben in der Sommerpause am besten gearbeitet?

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Nach einem Monat Pause geht´s in der Rallycross-WM (WRX) endlich weiter. Zum ersten Mal geht es für die Rallycross-Elite in dieser Saison über den großen Teich ins kanadische Trois-Rivières. Die zentrale Frage beim World RX of Canada lautet: Welche Teams haben in der Sommerpause die größten Entwicklungsschritte gemacht?

Mit in Details optimierten Audi S1 EKS RX quattro startet EKS Audi Sport am 4. und 5. August im kanadischen Trois-Rivières. Detailverbesserungen an Fahrwerk und Motor des Audi S1 EKS RX quattro haben sich laut Audi-Angaben bei Testfahrten in Höljes und Riga bewährt. Jetzt sollen sie den beiden Audi-Piloten Mattias Ekström und Andreas Bakkerud auch beim ersten Übersee-Einsatz der Saison helfen. Das Hauptaugenmerk der Ingenieure von Audi Sport dürfte auf dem Motor gelegen haben. „Kanada hat die längste Gerade der Saison, auf der wir über 200 km/h schnell sind“, sagt Audi-Werksfahrer Mattias Ekström. Mehr Power hieße vor allem in Kanada also auch mehr Speed.

Bei EKS Audi Sport hoffen sie, dass die Updates aus der Sommerpause fruchten. Bild: Marco
Bei EKS Audi Sport hoffen sie, dass die Updates aus der Sommerpause fruchten. Bild: Marco Otto

Teams testeten ausgiebig

Auch PSRX Volkswagen Schweden testete mit dem Weltmeister und WM-Führenden Johan Kristoffersson und Petter Solberg in Riga. „Wir hatten eine wirklich gute Zeit seit dem letzten Rennen in Schweden. Unsere Tests in Riga verliefen wirklich gut. Wir haben viele kleine Schritte mit dem VW Polo R Supercar gemacht, die uns ab Kanada helfen sollten“, verrät Petter Solberg. Zwar schränkt „Hollywood“ ein, dass es nach seiner Einschätzung keine großen Schritte in der Entwicklung gegeben habe. „Wir haben aber verschiedene Ideen für die Rennstrecken der zweiten Saisonhälfte getestet. Denn sie sind alle etwas unterschiedlich und wir müssen sicherstellen, dass wir dort das Maximum aus unseren Set-Up herausholen können.“

Dominieren in Kanada wieder die PSRX-Piloten? Bild: FIAWorldRallycross.com
Dominieren in Kanada wieder die PSRX-Piloten? Bild: FIAWorldRallycross.com

Auch Team Peugeot Total testete in Riga mit Sébastien Loeb, Timmy und Kevin Hansen. „Wir haben sehr hart an unserem Setup gearbeitet und die Ergebnisse sind viel versprechend“, erzählt Loeb. Und Team-Manager Kenneth Hansen ergänzt: „Es ist immer gut, bei Tests, die zusammen mit anderen Teams durchgeführt werden, den direkten Vergleich mit der Konkurrenz zu haben. Zumal wir auf einer offiziellen WRX-Strecke getestet haben“.

Und auch die kleineren Nicht-Werks-Teams haben die Pause genutzt. Team Olsbergs MSE etwa testete unter der Woche in Kanada. Kevin Eriksson bestätigt: „Wir hatten einen guten Test,wir haben sehr hart in der Pause gearbeitet. Wir hatten keinen Urlaub, aber wenn es das wert gewesen sein sollte, ist es perfekt. Das Auto hat sich bei den Tests gut angefühlt und ich hoffe, wir werden das am Samstag und am Sonntag sehen.“ Die Änderungen bei den Ford Fiesta betreffen laut Eriksson vor allem den Motor. „Ich mag unser Chassis“, erklärt Eriksson. „Aber uns fehlte Motorleistung, das konnte man ziemlich klar sehen“.

Johan Kristoffersson: Uneinholbar weit vorn?

Angesichts seines mittlerweile 40 (!) Punkte betragenden Vorsprungs auf den Zweiten im Klassement, Audi-Pilot Andreas Bakkerud, stellt VW-Werkspilot VW-Pilot Johan Kristoffersson fest: „Für mich ändert sich nichts. Ich starte immer bei null. Ich reise nach Kanada, um die meisten Punkte zu holen. Ja, wir haben diese Führung und ich bin wirklich froh, dass der Vorsprung noch größer ist als nach Rennen 6 der letzten Saison. Aber das bedeutet noch gar nichts. Der Job ist noch nicht erledigt.“ Fest steht für Kristoffersson: „Ein schlechtes Wochenende und alles ist wieder offen“.

Gewann im Vorjahr: Johan Kristoffersson. Bild: FIAWorldRallycross.com
Gewann im Vorjahr: Johan Kristoffersson. Bild: FIAWorldRallycross.com

Ob EKS Audi Sport Vorjahresgewinner Johan Kristoffersson ausgerechnet in Kanada ein Schnippchen schlagen kann? Bisher war Kanada für Mattias Ekström und Andreas Bakkerud nicht das allerbeste Pflaster. Anders als sein Teamkollege stand Andreas Bakkerud in Trois-Rivières immerhin schon einmal auf dem Podium (2016). „Trotzdem habe ich die Rennstrecke noch nicht so richtig entschlüsselt“, gibt der Audi-Pilot zu. „Ich habe ein hartes Stück Arbeit vor mir, um meinen Speed der ersten sechs Saisonrennen in Kanada zu bestätigen. Nach vier Wochen Pause bin ich heiß darauf, wieder ein Rennen zu fahren. Ich weiß, dass EKS in Trois-Rivières bisher immer schnell war“, hofft der Norweger.

Die Semi-Finals und das Finale am Sonntag (5. August) überträgt erstmals SPORT1 ab 20.45 Uhr live aus Kanada. Der TV-Sender hat sich bis einschließlich 2019 die Exklusiv-Senderechte der FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft für Deutschland, Österreich und die Schweiz gesichert. Online berichtet der Sport-Kanal im Livestream bereits ab 20 Uhr auf sport1.de.

Über Moritz Nolte 80 Artikel
Moritz Nolte arbeitet als Motorjournalist und Social-Media-Berater für die Automobilindustrie. Bereits seit 2007 schreibt er im Kundenauftrag Motorsportreportagen - unter anderem für Opel Motorsport und Bilstein. Seit 2017 betreibt er worldrallyx.de. Privat ist Moritz als begeisterter Trackday-Fahrer auf Europas Rennstrecken mit seinem Toyota GT86 unterwegs.