World RX Lettland: Johan Kristoffersson bricht eigenen Rekord

Bild: FIAWorldRallycross.com

Die unglaubliche Saison des Johan Kristoffersson setzt sich auch beim Rallycross-WM-Lauf in Lettland fort: Der Schwede holt im VW Polo R Supercar den achten Sieg im neunten Saisonrennen.

Damit brach Kristoffersson seinen eigenen Rekord aus dem letzten Jahr – bei noch drei ausstehenden Rennen in dieser Saison. Doch der Reihe nach.

Die Qualifying-Rennen am Samstag und Sonntag waren wieder ziemlich fest in Händen der Werkspiloten: VW-Pilot Johan Kristoffersson lag nach den vier Quali-Sessions auf Rang 1 vor Peugeot-Treter Sébastien Loeb und Mattias Ekström im Audi S1 EKS RX quattro. Auf Platz vier bis sechs: Timmy Hansen, Petter Solberg und Andreas Bakkerud. Dahinter balgten sich die Piloten der Privat-Teams um einen Platz unter den ersten 12.

Niclas Grönholm fuhr auf einen respektablen siebten Platz. DTM-Pilot Nico Müller auf einen ebenfalls hervorragenden achten Platz vor Guerlain Chicherit, Kevin Hansen im Vorjahres-Peugeot und Timur Timerzyanov. Auf Rang 12: Liam Doran ganz knapp vor Timo Scheider und Lokalmatador Janis Baumanis, die somit den Einzug ins Halbfinale verpassten.

Solberg und Bakkerud werden Opfer von Kollisionen

Mit einem beeindruckenden dritten Platz in seinem Halbfinale qualifizierte sich Niclas Grönholm im Hyundai i30 WRX für das Finale. Liam Doran, Guerlain Chicherit und Timur Timurzyanov mussten hingegen genauso die Segel streichen wie die Audi-Piloten Andreas Bakkerud und Nico Müller, sowie VW-Pilot Petter Solberg.

Petter Solberg wurde genauso wie Bakkerud und Müller Opfer von Kollisionen. Besonders ärgerlich: Der Crash der Audi-Piloten. Bei einer Startkollision wurde Bakkeruds Audi gegen den von Gaststarter Müller gedrückt. „Dabei wurde meine vordere Radaufhängung beschädigt“, berichtete Müller nach dem Rennen. Als Folge schafften beide Fahrer den Einzug ins Finale nicht. „Es war eines der härtesten Wochenenden, die ich in dieser Saison erlebt habe“, sagte Andreas Bakkerud. „Ich kämpfte anfangs damit, meine Pace und die richtige Abstimmung zu finden. Im Halbfinale hatte ich dann einen guten Start, wurde aber von den beiden Peugeot in der ersten Kurve in die Mangel genommen – damit war mein Rennen zerstört.“

Bild: FIAWorldRallycross.com
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Spektakulär: Mit Sébastien Loeb, Timmy und Kevin Hansen hatten sich drei Peugeot-Piloten einen der sechs Plätze im Finalrennen gesichert. Wie sollte sich die Peugeot-Meute im Finale gegen Johan Kristoffersson, Mattias Ekström und Niclas Grönholm schlagen? Bedingt gut, lautet die Antwort.

Starke Performance von Niclas Grönholm

Beim Start verlor Séb Loeb direkt zwei Plätze und sah sich plötzlich auf Rang vier hinter Mattias Ekström und Niclas Grönholm. Damit fuhren die drei Peugeot erst einmal hinterher und jokerten entsprechend früh. Johan Kristoffersson hingegen hatte einen Sahnestart erwischt und führte das Feld an.

Als Niclas Grönholm aus der Joker-Lap kam, musste er sich hinter Loeb wieder einsortieren. Doch der Finne gab sich nicht geschlagen und zeigte, was im privaten Hyundai i30 steckt. Der Sohn von Rallye-Legende Marcus Grönholm fuhr ziemlich nahe der 200 Prozent und konnte Timmy Hansen im Werks-Peugeot hinter sich halten und sogar vorne bei Sébastien Loeb anklopfen. Am Ende reichte es nicht mehr für ein Podium, wohl aber für einen sensationellen vierten Platz.

Bild: FIAWorldRallyCross.com
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Vorne sorgte Johan Kristoffersson für einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg vor Mattias Ekström. Sein achter Saisonsieg im neunten Rennen. Unglaublich.

Ergebnis Finale

Rank DRIVER POS Time Champ Points
1. Johan KRISTOFFERSSON 1 05:01.530 8
2. Mattias EKSTRÖM 2 05:03.836 5
3. Sébastien LOEB 3 05:04.862 4
4. Niclas GRÖNHOLM 4 05:05.424 3
5. Timmy HANSEN 5 05:06.177 2
6. Kevin HANSEN 6 05:08.916 1

Weitere Stimmen

„Was für ein fantastisches Wochenende“, freute sich Kristoffersson nach dem gewonnenen Finale. Im Halbfinale waren meine ersten Runden noch noch ziemlich chaotisch und ich habe ein paar Fehler gemacht. Wir haben ein paar kleinere Änderungen vor dem Finale am Auto vorgenommen. Und es hat sich im Finale direkt besser angefühlt. Ich hatte einen sehr guten Start von der Linie. Das Auto fühlte sich fantastisch an und ich konnte pushen. Ich muss dem Team für seine harte Arbeit danken. Dadurch konnten wir unsere Starts verbessern, was so wichtig war und den Sieg erst ermöglicht hat.“

„Ich freue mich über das solide Wochenende, wir hatten einige gute Vorläufe mit starken Starts“, bilanzierte Mattias Ekström nach dem Rennen. „Aber natürlich will ich Rennen gewinnen – und wir waren hier wieder sehr nah dran. Noch liegen einige WM-Läufe vor uns und wir werden genauso hart weiterkämpfen.

Und Sébastien Loeb konstatierte: „Wir sind sehr schnell unterwegs. Leider gilt das Gleiche auch für die beiden anderen Werksteams. Das macht es extrem hart, sich auf der Strecke durchzusetzen. Daher bin ich recht zufrieden, mich hier auf dem Podium zurückgemeldet zu haben.“

Über Moritz Nolte 87 Artikel
Moritz Nolte arbeitet als Motorjournalist und Social-Media-Berater für die Automobilindustrie. Bereits seit 2007 schreibt er im Kundenauftrag Motorsportreportagen - unter anderem für Opel Motorsport und Bilstein. Seit 2017 betreibt er worldrallyx.de. Privat ist Moritz als begeisterter Trackday-Fahrer auf Europas Rennstrecken mit seinem Toyota GT86 unterwegs.