World RX of Belgium: Loeb gewinnt in Mettet!

Bild: FIAWorldRallycross.com

Nach zwei zweiten Plätzen in Barcelona und Montalegre gewinnt Sébastien Loeb den World RX of Belgium in Mettet. Johan Kristoffersson landet nach zwei World RX Siegen auf dem fünften Platz. Mattias Ekström holt in den Quali-Rennen die meisten Punkte und landet im Finale auf dem vierten Platz – das beste Ergebnis des Schweden in der noch jungen Saison.

Die Quali-Sessions wurden dominiert von Mattias Ekström, Timmy Hansen und Petter Solberg. Esktröm konnte zwei Mal die schnellste Zeit verbuchen, Hansen und Solberg waren jeweils ein Mal die schnellsten.

In den beiden Semi-Finals hatten die privaten Teams keine Chance: Mit Johan Kristoffersson (1.), Petter Solberg (2.) und Mattias Ekström (3.) im ersten Semi-Final, sowie Sébastien Loeb (1.), Andreas Bakkerud (2.) und Timmy Hansen (3.) im zweiten Semi-Final setzten sich ausschließlich Piloten der drei Werksteams durch. Vor allem Loeb deutete mit einer Fabelzeit im Halbfinale an, dass mit ihm im Finale zu rechnen sei.

Das Finale

Ring frei für das große Finale! Sébastien Loeb von Startplatz 2 und Andreas Bakkerud von Startplatz 4 zeigten die beste Reaktion und hatten den besten Start des 6er-Feldes. Johan Kristoffersson hatte den Start etwas verschlafen, befand sich aber immerhin auf der Innen-Seite. Allerdings etwas zu weit innen, denn der Schwede tauschte etwas Lack mit Mattias Ekström aus und wurde von der Streckenbegrenzung für einen kurzen Moment ausgehebelt, konnte aber ohne Probleme weiterfahren.

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Andreas Bakkerud war einmal mehr „on fire“ und zog mit seinem Audi S1 EKS RX quattro am kompletten Feld vorbei. Weil der Norweger aber von außen mit Geschwindigkeitsüberschuss kam, und die erste Rechts durchaus als Haarnadelkurve zu bezeichnen ist, musste Bakkerud den S1 mit einem heftigen Driftwinkel korrigieren. Das gelang nicht ganz, Bakkerud schlug leicht mit dem Heck ein und musste sich erstmal hinten einsortieren.

Mit Sébastien Loeb und Timmy Hansen hatten sich zwei Peugeot-Kutscher an die Spitze gesetzt. Dahinter Kristoffersson und Solberg in den VW Polo R SuperCars vor Ekström und Bakkerud.

Noch in der ersten Runde verlor Ekström seinen fünften Platz an Bakkerud und Solberg bog ab in seine Joker-Runde. Eine Runde später ging Kristoffersson in die Joker-Lap, musste sich aber wieder hinter seinem Boss einreihen, weil der mal eben die schnellste Runde des Tages gefahren war.

In der vierten von sechs Runden bogen beide Peugeot 208 RX in die Joker-Runde ab. Hansen kam hinter Solberg auf die Strecke zurück, Loeb knapp davor – allerdings auf der Außen-Seite. Dennoch konnte sich Loeb vor Solberg setzen. Bis ins Ziel konnte Loeb seine Führung vor Solberg behaupten. Sein erster Sieg seit Lettland 2016!

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Dahinter gab Kristoffersson nochmal alles, konnte Timmy Hansen aber nicht mehr kassieren. Zu allem Überfluss musste der amtierende Weltmeister in letzter Sekunde auch noch Mattias Ekström passieren lassen, der sich die Joker-Lap für die letzte Runde aufgespart hatte. Auf Rang sechs: Andreas Bakkerud.

Das sagten die Fahrer:

Sébastien Loeb: „Mein erster Saisonsieg, der zweite in meiner Rallycross-Karriere, ist ein schöner Erfolg und eine verdiente Belohnung für das ganze Team. Ich habe im Finale gedacht, ich würde Zweiter werden, aber als ich sah, dass der vor mir fahrende Mattias (Ekström) seine Joker-Runde antrat, wurde mir bewusst, dass ich gewinnen würde – ein unglaubliches Gefühl. Die Strecke in Belgien ist eine echte Herausforderung. Man muss extrem präzise fahren und darf sich keinen Fehler erlauben. Umso erfreulicher ist es, dass wir selbst unter solch erschwerten Bedingungen gewinnen konnten. Das zeigt, dass sich die stetigen Verbesserungen an unserem Peugeot auszahlen.“

Petter Solberg: „Was war das Finale für ein Rennen! Und erst das ganze Wochenende … unglaublich. Ich war froh, dass ich nach dem zweiten Qualifying in Front lag, doch der Sonntagmorgen lief einfach nicht so, wie wir ihn uns vorgestellt hatten. Im Halbfinale lief es dann viel besser, aber die Bedingungen für das Finale waren sehr tückisch. Der Grip wechselte auf der Strecke ständig, also musste man vorsichtig sein – aber im Wettkampf fährt man sich eben immer die Seele aus dem Leib und dann lebt man damit! Die erste Kurve … was war nur da los? Ich habe keine Ahnung. Es gab an beiden Seiten Berührungen, und einmal wollte ich nur die Augen schließen und hoffen, dass ich heil heraus komme. Als wir aus der Kurve kamen, war dann aber alles okay. Ich dachte: “Okay, das Auto ist noch in Ordnung – ich kann noch gewinnen! Ich dachte, wir hätten eine gute Chance auf den Sieg. Aber nach diesem verrückten Wochenende bin ich froh über den zweiten Platz und die Meisterschaftspunkte. “

Timmy Hansen: „Nachdem ich im Halbfinale durch meinen Dreher auf den letzten Platz zurückgefallen war, dachte ich einen Augenblick lang: Das war´s. Aber ich wusste auch, dass wir ein sehr schnelles Auto haben, und fand immer wieder Stellen zum Überholen. Dass ich es überhaupt bis ins Finale geschafft habe, war daher eigentlich schon Erfolg genug. Aber auch dort konnte ich mich beim Start vom sechsten Platz bis ans Heck von Sébastien vorkämpfen. Wir sind auch zusammen in die Joker-Lap gefahren, als wir aber rauskamen, drängte sich Petter (Solberg) zwischen uns. Platz eins und drei in unserem dritten Wochenende als Werksteam erzielt zu haben, ist einfach großartig.“

Mattias Ekström: „„Mettet war nicht wunderbar, aber ganz gut. Ich habe 23 wichtige Punkte mitgenommen, nur Sébastien Loeb hat hier mehr Zähler geholt. Wir sind mit unserer Pace auf der Strecke zufrieden, müssen jedoch bis zum nächsten Rennen in Silverstone unsere Starts verbessern.“

Johan Kristoffersson: „Ein wenig lief es schon die ganze Saison so für mich: ein herausfordernder Samstag und ein besserer Sonntag. Allerdings wurde dieser Sonntag nicht so deutlich besser wie die vergangenen zwei! Ein Problem war im Finale meine Position auf der Strecke. Dort war es ein wenig feuchter als auf Loebs Seite. Aber hey, das ist Racing. Der Start war nicht so schlecht für mich, doch plötzlich stand ich in der erste Kurve auf zwei Rädern. Zum Glück habe ich mich nicht überschlagen, aber durch den Aufprall entstand ein Schaden am Auto, von dem ich wusste, dass es damit schwer werden würde, in dem Rennen um die Sieg mitzukämpfen. Von da an ging es für mich nur noch darum, so viele Punkte wie möglich zu holen. Ich wollte aufs Podium, aber am Ende reichte es nur für den fünften Platz. Kein ideales Wochenende für mich. Es war ein hartes, tückisches Rennen. Das Gute ist, dass ich immer noch die Meisterschaft anführe und mein Vorsprung immer noch derselbe ist wie vor dem Rennwochenende – so als ob das Wochenende gar nicht stattgefunden hätte. Jetzt freuen wir uns darauf, zum ersten Mal in Silverstone an den Start zu gehen.“

Andreas Bakkerud: „Dies war eines der härtesten Rennwochenenden meiner Karriere. Ich konnte nicht die Leistungen abrufen, die ich mir vorgenommen hatte. Aber ich bin stolz auf meinen Kampfgeist und Durchhaltewillen. Zum Schluss habe ich alles noch mal auf eine Karte gesetzt, bekam aber im Getümmel der ersten Kurve einen Schubser und touchierte daraufhin einen Reifenstapel. Jetzt freue ich mich auf die kommenden Rennen in Großbritannien, Norwegen und Schweden, die zu meinen Lieblingsevents zählen.“

Die Ergebnisse:

Finale:

Rank DRIVER POS Time Champ Points
1. Sébastien LOEB 1 04:05.108 8
2. Petter SOLBERG 2 04:05.555 5
3. Timmy HANSEN 3 04:06.910 4
4. Mattias EKSTRÖM 4 04:07.068 3
5. Johan KRISTOFFERSSON 5 04:07.203 2
6. Andreas BAKKERUD 6 04:08.139 1

Semi Final 1:

Rank DRIVER POS Time Champ Points
1. Johan KRISTOFFERSSON 1 04:17.270 6
2. Petter SOLBERG 2 04:19.468 5
3. Mattias EKSTRÖM 3 04:20.794 4
4. Niclas GRÖNHOLM 4 04:23.636 3
5. Kevin HANSEN 5 04:24.398 2
6. Robin LARSSON 6 01:46.079 1

Semi Final 2:

Rank DRIVER POS Time Champ Points
1. Sébastien LOEB 1 04:10.869 6
2. Andreas BAKKERUD 2 04:17.333 5
3. Timmy HANSEN 3 04:17.664 4
4. Janis BAUMANIS 4 04:20.420 3
5. Guerlain CHICHERIT 5 04:21.583 2
6. Timur TIMERZYANOV 6 04:30.364 1

Q4:

Rank DRIVER POS Time Qualifying Points
1. Mattias EKSTRÖM 1 02:53.174 50
2. Sébastien LOEB 2 02:58.539 45
3. Johan KRISTOFFERSSON 3 02:59.989 42
4. Andreas BAKKERUD 4 03:01.721 40
5. Robin LARSSON 5 03:01.851 39
6. Timur TIMERZYANOV 6 03:02.099 38
7. Timmy HANSEN 7 03:02.392 37
8. Petter SOLBERG 8 03:03.188 36
9. Janis BAUMANIS 9 03:03.620 35
10. Kevin HANSEN 10 03:04.657 34
11. François DUVAL 11 03:05.846 33
12. Guerlain CHICHERIT 12 03:06.069 32
13. Niclas GRÖNHOLM 13 03:08.146 31
14. Grégoire DEMOUSTIER 14 03:11.274 30
15. Jérôme GROSSET-JANIN 15 00:00.000 27
16. Kevin ERIKSSON 16 00:00.000 0

Q3:

Rank DRIVER POS Time Qualifying Points
1. Timmy HANSEN 1 02:53.469 50
2. Johan KRISTOFFERSSON 2 02:54.620 45
3. Niclas GRÖNHOLM 3 02:54.771 42
4. Andreas BAKKERUD 4 02:55.519 40
5. Janis BAUMANIS 5 02:55.837 39
6. Jérôme GROSSET-JANIN 6 02:56.320 38
7. Mattias EKSTRÖM 7 02:56.641 37
8. Timur TIMERZYANOV 8 02:57.266 36
9. Robin LARSSON 9 02:57.641 35
10. Sébastien LOEB 10 02:58.085 34
11. Petter SOLBERG 11 02:58.423 33
12. Guerlain CHICHERIT 12 02:58.492 32
13. François DUVAL 13 02:59.163 31
14. Grégoire DEMOUSTIER 14 03:03.968 30
15. Kevin HANSEN 15 03:05.640 29
16. Kevin ERIKSSON 16 00:00.000 0

Q2:

Rank DRIVER POS Time Qualifying Points
1. Mattias EKSTRÖM 1 02:44.169 50
2. Timmy HANSEN 2 02:44.184 45
3. Petter SOLBERG 3 02:44.711 42
4. Sébastien LOEB 4 02:45.438 40
5. Johan KRISTOFFERSSON 5 02:45.747 39
6. Kevin HANSEN 6 02:46.684 38
7. Guerlain CHICHERIT 7 02:47.297 37
8. François DUVAL 8 02:47.515 36
9. Robin LARSSON 9 02:47.567 35
10. Andreas BAKKERUD 10 02:48.070 34
11. Timur TIMERZYANOV 11 02:48.572 33
12. Niclas GRÖNHOLM 12 02:50.263 32
13. Kevin ERIKSSON 13 02:50.648 31
14. Janis BAUMANIS 14 02:50.658 30
15. Jérôme GROSSET-JANIN 15 02:53.870 29
16. Grégoire DEMOUSTIER 16 02:53.897 28

Q1:

Rank DRIVER POS Time Qualifying Points
1. Petter SOLBERG 1 02:45.223 50
2. Sébastien LOEB 2 02:45.779 45
3. Timmy HANSEN 3 02:46.970 42
4. Johan KRISTOFFERSSON 4 02:47.090 40
5. Kevin HANSEN 5 02:47.515 39
6. Mattias EKSTRÖM 6 02:48.290 38
7. Andreas BAKKERUD 7 02:48.535 37
8. Timur TIMERZYANOV 8 02:48.847 36
9. Robin LARSSON 9 02:49.557 35
10. Jérôme GROSSET-JANIN 10 02:50.025 34
11. Kevin ERIKSSON 11 02:50.071 33
12. Guerlain CHICHERIT 12 02:50.816 32
13. Janis BAUMANIS 13 02:51.016 31
14. François DUVAL 14 02:54.393 30
15. Niclas GRÖNHOLM 15 02:49.463 29
16. Grégoire DEMOUSTIER 16 02:59.410 28

 

 

Über Moritz Nolte 83 Artikel
Moritz Nolte arbeitet als Motorjournalist und Social-Media-Berater für die Automobilindustrie. Bereits seit 2007 schreibt er im Kundenauftrag Motorsportreportagen - unter anderem für Opel Motorsport und Bilstein. Seit 2017 betreibt er worldrallyx.de. Privat ist Moritz als begeisterter Trackday-Fahrer auf Europas Rennstrecken mit seinem Toyota GT86 unterwegs.