World RX of Catalunya – Barcelona: Doppelsieg für die Hansen Brüder

Bild: FIAWorldRallycross.com

Timmy Hansen war an diesem Wochenende auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona nicht zu schlagen. Der Schwede in seinem Peugeot 208 fuhr die Konkurrenz in Grund und Boden und ist erst der dritte Fahrer, dem es in der Geschichte der Rallycross-Weltmeisterschaft gelang, alle Qualifikationsläufe, sein Halbfinale und das Finale zu gewinnen – ein so genannter „Clean Sweep“.

Bild: FIAWorldRallycross.com
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Innerhalb von nur neun Tagen gelang es dem Team von Hansen MJP den beschädigten Überrollkäfig seines Peugeot 208 zu reparieren. Dieser hatte bei dem Unfall in Abu Dhabi zwischen Hansen und Bakkerud einen so großen Schaden davongetragen, dass er nicht mehr den FIA Sicherheitsregularien entsprach. Mit dem nachträglich zugesprochenen Sieg reiste auch der kleinere Bruder Kevin voller Selbstbewusstsein in die katalanische Hauptstadt.

Die einzigen Fahrer, die den beiden Brüder an Tag eins Paroli bieten konnten waren Andreas Bakkerud und Timur Timerzyanov die nach Tag eins die Plätze drei und vier belegten. Dennoch war beiden bereits an diesem Tag bewusst, dass es lediglich um die Plätze hinter den Hansens gehen würde, wenn diese ihre Performance auch am Finaltag behalten sollten.

Bild: Marco Otto
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Wer so gar nicht mit seinem ersten Tag zufrieden sein konnte, war Abu Dhabi Halbfinalist Anton Marklund.  Der Schwede in seinem Renault Megane kämpfte mit Problemen am Setup. Ähnlich frustrierend lief der Tag für den einzigen deutschen Piloten im Feld. Timo Scheider belegte in seinen beiden Qualifikationsläufen lediglich die Plätze elf und sieben. Der Deutsche ging mit hohen Erwartungen und guten Erinnerungen ins Wochenende, da er vor zwei Jahren auf dieser Strecke den bisher größten Erfolg seiner noch jungen Rallycrosskarriere feiern durfte. Nach vier Qualifikationsläufen krönte sich der Deutsche damals als „Topqualifier“ und belohnte sich im Finale mit dem zweiten Platz. Jedoch haderte Scheider in diesem Jahr mit seiner Gridposition und musste anerkennen, dass die Strecke deutlich schneller wird, wenn bereits einige Autos für mehr Grip auf der Idiallinie gesorgt haben.

Am Finaltag dann der große Showdown zwischen den Hansens und dem Rest des Feldes. Timmy Hansen duellierte sich in seinem Halbfinale mit dem Finnen Niclas Grönholm. Kevin Hansen mit dem neu auserkorenen „Erzfeind“ Andreas Bakkerud. Beide Duelle gingen deutlich an die schwedischen Brüder in ihren Peugeot 208. So kam es also zum ersten Mal zu einer reinen ersten Hansen-Reihe im Finale.

Bild: FIAWorldRallycross.com
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Wie in all seinen Qualifikationsläufen setzte Timmy sich sofort bis zur ersten Kurve ein kleines bisschen vom Feld ab und stach eng in die erste Kurve. Direkt dahinter konnte Kevin die Attacke vom gut gestarteten Bakkerud abwehren und setzte sich hinter seinen Bruder. Bereits nach zwei Runden klaffte eine erhebliche Lücke zwischen den beiden Brüdern. Kevin musste sich mächtig breit machen und spürte den enormen Druck des Norwegers Bakkerud. Dieser fuhr die bessere Taktik gegenüber Grönholm und fuhr erst spät in die Jokerlap. Kevin hingegen bekam die Ansage von seinem Spotter eine Runde vor dem Audi-Piloten und seinen Platz vor Grönholm zu sichern – erfolgreich. Nach sechs Runden überquerte das rein skandinavische Trio in der Reihenfolge Hansen, Hansen, Bakkerud die Ziellinie.

Wie verlief der Finaltag für Timo Scheider?

Voller Zuversicht startete der Deutsche in den Finaltag und das mit guten Aussichten. Im dritten Qualifikationslauf fand sich der Seat-Pilot in Führung und war auf einer sehr schnellen Runde unterwegs. Jedoch hatte der ehemalige DTM-Pilot plötzlich mit Motor-Aussetzern zu kämpfen und schlich fortan dem Feld langsam hinterher.

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Um seine Chancen auf einen Halbfinaleinzug zu wahren, war die Marschroute für den vierten Lauf klar – ALL IN! Mit einem zehnten Platz und jeder Menge Dusel schaffte der Pilot aus dem ALL-INKL.-Team die Qualifikation zum Halbfinale, da sich die anderen Fahrer im Feld idealerweise gegenseitig die Punkte wegnahmen.

Bild: Marco Otto
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Im Halbfinale zwei war dann jedoch Schluss für den Deutschen. Mit einer fünften Position reichte es nicht für das Finale. Nach nun zwei Rennen findet sich Scheider auf der siebten Position in der Meisterschaft.

Ergebnis Finale

  1. Timmy HANSEN 04:31.584
  2. Kevin HANSEN 04:34.367
  3. Andreas BAKKERUD 04:34.982
  4. Niclas GRÖNHOLM 04:35.685
  5. Cyril RAYMOND 04:38.196
  6. Janis BAUMANIS 04:39.095