World RX of Great Britain: Kristoffersson baut WM-Führung aus – EKS Audi Sport mit erstem Podiumsplatz

Bild: FIAWordlRallycross.com

Johan Kristoffersson hat den World RX of Great Britain gewonnen. In einem packenden Finalrennen setzte sich der Schwede gegen den hart pushenden Andreas Bakkerud durch. Während Petter Solberg im Qualifying mit einem technischen Problem ausfiel, konnte Niclas Grönholm zum zweiten Mal in dieser Saison in die Top 5 fahren.

Johan Kristoffersson räumte im VW Polo R SuperCar am Wochenende ordentlich Punkte ab. Der VW-Werksfahrer-Pilot holte in den Qualifying-Sessions 30 Punkte, sammelte sechs weitere Punkte, als er sein Semi-Final-Rennen gewann und acht Punkte für den Sieg im Finale.

Und das hatte es in sich! Zunächst verpennte Sébastien Loeb seinen Start komplett. Ärgerlich, denn der Franzose war in Silverstone zusammen mit Kristoffersson der schnellste Fahrer. Andreas Bakkerud im Audi S1 EKS RX quattro kassierte seinen Boss und Teamkollegen Mattias Ekström noch vor der ersten Rechts.

In der Folge entwickelte sich ein furioser Zweikampf zwischen Johan Kristoffersson und Andreas Bakkerud, der den Schweden ordentlich unter Druck setzte. In der dritten Runde klopfte der Audi-Pilot nett bei Kristoffersson im VW an, doch der amtierende Weltmeister blieb cool und verteidigte P1.

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Dahinter hoffte Ekström auf seine Chance und brachte sich in Position, für den Fall, dass sich Kristoffersson/Bakkerud allzu sehr in Bedrängnis bringen sollten. Mit der schnellsten Runde des Tages meldete Ekström Anspruch auf den Sieg an.

Doch auch Sébastien Loeb war mittlerweile „on fire“: Als Ekström in der vierten Runde aus seiner Joker-Lap kam und sich zunächst vor den Franzosen setzte, stach Loeb nach innen und konnte mit Geschwindigkeitsüberschuss am Schweden vorbeiziehen.

Erst in der vorletzten Runde ging Bakkerud in seine Joker-Lap. Zu spät, um Kristoffersson noch gefährlich zu werden. Der Schwede gewann am Ende souverän.

Nach dem Sieg erklärte Johan Kristoffersson: „Vor dem Finale musste unser Team noch einmal am Auto arbeiten, aber ich habe das beste Team der Welt. Es war phantastisch. Dennoch hatte ich das Gefühl, als hätte ich in der ersten Rennhälfte nicht den richtigen Speed und Andreas [Bakkerud] war direkt neben mir. Auf manchen Streckenabschnitten war es sehr rutschig. Ich musste sehr vorsichtig sein und präzise fahren.“

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Auch Andreas Bakkerud war offenbar ziemlich zufrieden mit seinem Ergebnis: „Es fühlt sich großartig an, mit meinem neuen Team und Audi erstmals auf dem Siegerpodest zu stehen“, sagte der Norweger. „Es fällt viel Druck von mir ab. Ich musste mich erst an das neue Auto gewöhnen, aber das ist mir dank der tollen Unterstützung des ganzen Teams inzwischen gut gelungen. Ich blicke dem weiteren Saisonverlauf zuversichtlich entgegen, denn jetzt kommen meine Lieblingsstrecken und mein Heimrennen in Hell.“

Auf Platz drei kam Sébastien Loeb im Peugeot 208 RX ins Ziel – und somit knapp vor Mattias Ekström, der nach wie vor in dieser Saison auf seinen ersten Podiumsplatz wartet.

Nach dem Rennen gab Ekström zu: „Mir war nicht klar, dass Loeb so dicht hinter mir war, deshalb bin ich auf der normalen Rennlinie geblieben“, sagte Ekström. Ein Fehler also von den EKS-Spottern.

Der Audi-Pilot gab sich dennoch versöhnlich: „Der Jackpot wurde es deshalb für mich heute nicht, aber wir haben gute Punkte gesammelt. Und das Podium von Andreas ist natürlich toll. Unser Duell in der ersten Kurve war fair. Wir können als Team insgesamt zufrieden sein, denn wir haben Fortschritte gemacht. Unsere Starts sind konstanter geworden.“

„Das Finale war toller Kampf. Ich hatte einen schlechten Start und hätte beinahe den Motor abgewürgt. Ich musste mich von Platz sechs wieder nach vorn kämpfen“, erklärte Sébastien Loeb. „Zum Glück bin ich genau zum richtigen Zeitpunkt die Joker-Runde gefahren und konnte so einige Plätze gut machen. Alles in allem glaube ich, dass ich trotz des schlechten Starts ein gutes Finale gefahren bin.“

Für ihre guten Leistungen in den Vorläufen belohnten sich Niclas Grönholm im Hyundai i20 WRX von GRX Taneco – dem einzigen nicht-werksunterstützen Auto – auf Platz 5 und Kevin Hansen im 2017er-Peugeot 2018 RX auf P6.

Petter Solberg und Timmy Hansen wurden in ihren Halbfinal-Rennen von technischen Defekten gestoppt.

Die Ergebnisse:

Final:

Rank DRIVER POS Time Champ Points
1. Johan KRISTOFFERSSON 1 04:00.899 8
2. Andreas BAKKERUD 2 04:01.758 5
3. Sébastien LOEB 3 04:02.245 4
4. Mattias EKSTRÖM 4 04:02.848 3
5. Niclas GRÖNHOLM 5 04:04.731 2
6. Kevin HANSEN 6 04:30.882 1

Semi-Final 1:

Rank DRIVER POS Time Champ Points
1. Johan KRISTOFFERSSON 1 04:07.553 6
2. Andreas BAKKERUD 2 04:08.664 5
3. Kevin HANSEN 3 04:09.635 4
4. Tommy RUSTAD 4 04:13.166 3
5. Kevin ERIKSSON 5 04:14.425 2
6. Petter SOLBERG 6 01:29.471 1

Semi-Final 2:

Rank DRIVER POS Time Champ Points
1. Sébastien LOEB 1 04:02.466 6
2. Mattias EKSTRÖM 2 04:02.977 5
3. Niclas GRÖNHOLM 3 04:09.187 4
4. Jérôme GROSSET-JANIN 4 04:12.012 3
5. Timur TIMERZYANOV 5 04:12.835 2
6. Timmy HANSEN 6 02:45.867 1

Qualifying:

Rank DRIVER Q1 Q2 Q3 Q4 QP IP
1. Johan KRISTOFFERSSON 40 38 50 50 178 16
2. Sébastien LOEB 42 37 45 45 169 15
3. Petter SOLBERG 50 42 40 34 166 14
4. Mattias EKSTRÖM 45 45 39 36 165 13
5. Andreas BAKKERUD 39 40 37 42 158 12
6. Timmy HANSEN 37 50 42 24 153 11
7. Kevin HANSEN 36 39 36 39 150 10
8. Niclas GRÖNHOLM 38 36 38 37 149 9
9. Kevin ERIKSSON 33 34 34 40 141 8
10. Jérôme GROSSET-JANIN 32 35 35 38 140 7
11. Tommy RUSTAD 31 33 32 35 131 6
12. Timur TIMERZYANOV 35 31 30 31 127 5
13. Robin LARSSON 28 32 33 27 120 4
14. Janis BAUMANIS 30 30 21 33 114 3
15. Guerlain CHICHERIT 29 28 27 29 113 2
16. Mark HIGGINS 34 20 26 32 112 1
17. Anton MARKLUND 23 29 29 28 109 0
18. Grégoire DEMOUSTIER 26 26 25 30 107 0
19. Tamás KÁRAI 27 25 28 20 100 0
20. Andrew JORDAN 20 27 31 20 98 0
21. Oliver BENNETT 25 24 24 20 93 0
22. Hervé „KNAPICK“-LEMONNIER 22 23 22 25 92 0
23. Ma QUINGHUA 24 0 23 26 73 0

 

Über Moritz Nolte 85 Artikel
Moritz Nolte arbeitet als Motorjournalist und Social-Media-Berater für die Automobilindustrie. Bereits seit 2007 schreibt er im Kundenauftrag Motorsportreportagen - unter anderem für Opel Motorsport und Bilstein. Seit 2017 betreibt er worldrallyx.de. Privat ist Moritz als begeisterter Trackday-Fahrer auf Europas Rennstrecken mit seinem Toyota GT86 unterwegs.