World RX of Portugal in Montalegre: Für Mattias Ekström zählt nach Disqualifikation nur ein Sieg

Mattias Ekström. Bild: FIAWorldRallycross.com

Nach dem Finale beim ersten Lauf der Rallycross-WM 2018 hieß es für Mattias Ekström Wunden lecken. Der Schwede wurde nach seinem vermeintlichen Start-Ziel-Sieg in Barcelona disqualifiziert und büßte acht Meisterschaftspunkte ein. Beim zweiten Lauf im portugiesischen Montalegre will sich der Weltmeister von 2016 die verlorenen Punkte zurückholen.

Zwar brillierte Ekström beim Finalrennen in Barcelona mit einem fulminanten Start-Ziel-Sieg. Doch die Stewards hatten einen Regelverstoß erkannt. Direkt nach dem Start in Kurve eins hatte Ekstöm Petter Solberg kassiert. Nach Einschätzung der Stewards regelwidrig: Bei dem Manöver drückte der Schwede seinen Widersacher leicht in die Barriere, sodass der Norweger stehen blieb und das Feld ziehen lassen musste. Das Rennen gewann Johan Kristoffersson im VW Polo R – und setzte sich an die Spitze der WM. Auf Platz zwei: Petter Solberg im zweiten VW Polo.

Nun gilt es für Ekström und sein Team EKS Audi Sport Punkte gut zu machen. An Montalegre hat der Schwede gute Erinnerungen. „Im vergangenen Jahr waren wir in Montalegre nicht die Schnellsten und trotzdem haben wir als Team das Rennen am Ende für uns entschieden. Ich liebe diese Strecke und die portugiesischen Zuschauer, die total Motorsport- und Rallycross-begeistert sind.“

Auch Ekströms neuer Teamkollege Andreas Bakkerud ist ein großer Fan von Montalegre. „Das ist eine meiner absoluten Lieblings­strecken. Auf ihr habe ich mich schon immer wohlgefühlt“, sagt der Norweger. „Der Kurs hat einen tollen Verlauf. Wenn man so richtig in Gang kommt, gibt es nichts Besseres.“

Fan-Liebling Bakkerud holte beim Saisonauftakt in Barcelona, seinem ersten Einsatz für EKS Audi Sport in der Rallycross-WM, gleich einen Podiumsplatz. „Ich gewöhne mich immer mehr an den Audi S1 EKS RX quattro. In Montalegre bin ich hoffentlich noch schneller“, sagt er. Für Mattias Ekström gibt es ohnehin nur ein Ziel: „Wir wollen wieder um den Sieg kämpfen!“

Der 1.000 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Kurs nahe der spanischen Grenze hat eine ganz eigene Charakteristik – mit schnellen Kurven auf Asphalt, einer langen Geraden und einer engen Schottersektion mit hohen Randsteinen. „Dafür den richtigen Setup-Kompromiss zu finden, ist jedes Mal aufs Neue eine echte Herausforderung“, sagt Audi-Werksfahrer Mattias Ekström.

Das Problem für die Audi-Mannen: Petter Solberg und Johan Kristoffersson haben in Montalegre in den vergangenen vier Jahren nur ein Finale verloren und reisen entsprechend selbstbewusst an. Die PSRX-Piloten wollen sich von EKS Audi Sport in Portugal wenig überraschend nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.

Petter Solberg: „Ich habe hier zweimal gewonnen, und vergangene Saison war es wieder möglich, bevor ich einen Reifenschaden hatte. Dieses Mal möchte ich wieder dorthin fahren und den Job zu Ende bringen.“

Johan Kristoffersson pflichtet bei: „Petter und ich waren im vergangenen Jahr sehr stark in den Heats, was wir aber nicht in den Sonntagnachmittag mitnehmen konnten. Ich habe mit Platz drei meine erste Podiumsplatzierung für PSRX Volkswagen Schweden geholt, dennoch war ich etwas ernüchtert, als wir abgereist sind. Es ist gut, hier wieder anzutreten und uns gegenüber der vergangenen Saison zu verbessern. Das ist für uns in Portugal möglich.“

Johan Kristofferson gewann in Barcelona. Bild: FIAWorldRallycross.com
Johan Kristofferson gewann in Barcelona. Bild: FIAWorldRallycross.com

Auch deshalb, weil die Polos von PSRX Volkswagen Schweden weiter optimiert wurden. „Am Auto wird es ein paar kleine Veränderungen geben“, kündigt Petter Solberg an. „Nichts Großes, aber jede Veränderung zählt.“

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Moritz Nolte arbeitet als Motorjournalist und Social-Media-Berater für die Automobilindustrie. Bereits seit 2007 schreibt er im Kundenauftrag Motorsportreportagen - unter anderem für Opel Motorsport und Bilstein. Seit 2017 betreibt er worldrallyx.de. Privat ist Moritz als begeisterter Trackday-Fahrer auf Europas Rennstrecken mit seinem Toyota GT86 unterwegs.