World RX of USA: Johan Kristoffersson ist Rallycross-Weltmeister 2018

Johan Kristoffersson: Alter und neuer Weltmeister Bild: FIAWorldRallycross.com

Johan ist Kristoffersson ist das Maß aller Dinge und – alter und neuer Weltmeister. Bei der amerikanischen WRX-Premiere in Austin, Texas, auf dem „Circuit of the Americas“ gelang ihm das, was vorher nur Solberg gelungen war. Er verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr und ist damit wie sein Teamkollege Doppelweltmeister.

Dass Kristoffersson den Titel bereits in der amerikanischen Wüste einfahren werde, war fast jedem bewusst – dafür musste man kein Prophet sein. Aber nach einem Sieg des Schweden sah es lange Zeit nicht aus. Denn Petter Solberg, schaffte es nach überstandener Lungenkrankheit die Benchmark für den ersten Tag zu setzen, als er im ersten als auch im zweiten Qualifikationslauf die jeweils schnellste Runde fuhr. Auch am zweiten Tag war es eben nicht Kristoffersson, sondern Ekström, der Heat drei für sich entscheiden konnte. Erst passend zu den Finals fand Kristoffersson seine Pace zurück und fuhr im Heat vier seinen Polo R an die Spitze. Damit hatte er bereits 14 von 17 notwendigen Punkten nach den Qualifikationsheats eingefahren und war der Rallycross-Krone zum Greifen nah.

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Petter Solberg war am Samstag das Maß aller Dinge. Bild: FIAWorldRallycross.com

Beide Volkswagen-Piloten starteten beim ersten Halbfinale nebeneinander und kamen genau in der Reihenfolge ins Ziel, wie sie gestartet waren. Solberg vor Kristoffersson und damit war klar, dass Kristoffersson bereits vor dem großen Finale alter und neuer Weltmeister sein wird. Hinter ihm kam Timmy Hansen als dritter Fahrer ins Finale und wahrte damit die Hoffnungen von Peugeot, endlich einen weiteren Sieg in dieser Saison einfahren zu können. Ihm tat es Sebastian Loeb gleich und kam im Audi-Sandwich zwischen Mattias Ekström und Andreas Bakkerud im zweiten Halbfinale in Ziel.

Somit hatten wir das erwartbare Finale mit allen Werksfahrern zusammen. Die Hoffnungen, dass Kristoffersson nun mit seinem Titelgewinn gesättigt sein würde, und ein bisher erfolgloser Fahrer gewinnen könnte, hielt bis zur Mitte des Rennens an. In Führung liegend hatte Solberg in der zweiten Runde gejokert und kam direkt vor Kristoffersson wieder zurück auf die Strecke. Eine perfekte Strategie des Norwegers der mit seinem wiedererlangten spektakulären Fahrstil wie der sichere Sieger aussah. Allerdings unterlief dem Altmeister in der Spitzkehre von Kurve 2 ein folgenschwerer Fehler, als er mit seinem Polo R viel zu weit rauskam und auf dem losen Schotter keinen Grip mehr fand. Diese Chance nutze Kristoffersson gnadenlos aus und schub sich an seinem Teamkollegen vorbei. „Petter hatte diesen kleinen Fehler im Finale. Wenn du in der Situation bist und siehst, dass dein Vordermann einen Fehler macht, dann ist es dir egal, ob es ein Fahrfehler, ein Plattfuß oder was auch immer ist, du willst die Lücke nutzen und vorbeiziehen. Natürlich ist es enttäuschend für Petter, weil er den Sieg verdient gehabt hätte. Aber am Ende musst du in jeder Kurve gut sein um zu gewinnen“, sagte Kristoffersson direkt nach dem Finale.

Hinter Solberg legte Andreas Bakkerud ein wahnsinniges Finale hin, indem er sich und seinen Audi von Startplatz sechs auf drei vorfuhr. „Ich hatte das ganze Wochenende mit schlechten Startpositionen zu kämpfen, weil ich in den Heats als fünfter, fünfter, vierter und fünfter starten musste. Ich habe alles versucht was möglich war und bin super glücklich im Finale gestanden zu haben und nun sogar auf dem Podium zu stehen“, äußerte sich Bakkerud über sein Wochenende.

Als nach Rennschluss entschieden wurde, dass Timmy Hansen mit einer 5-Sekunden Zeitstrafe bestraft wird, weil er Ekström nach dem Sprung in die Streckenbegrenzung geschoben hatte, war das Ergebnis auf dem Podium wie folgt: Loeb, Ektröm und Hansen.

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Schweres Wochenende für Peugeot Sport Total. Bild: FIAWorldRallycross.com

„Es war ein schweres Rennwochenende. Ich denke es war eine gute Leistung von uns, es bis ins Finale neben die anderen Werksteams zu schaffen. Ich habe mein Bestes gegeben aber es war ein langweiliges Finale, da man nicht überholen konnte“, so Timmy Hansen.

Für alle Fahrer, die bisher ohne Erfolg blieben, bleiben nun noch zwei Möglichkeiten in dieser Saison einen Sieg zu feiern. In zwei Wochen geht es bereits in Deutschland auf dem Estering in Buxtehude weiter. Die älteste Strecke wartet mit der wohl spektakulärsten ersten Kurve dieses Kalenders auf die Kontrahenten und verspricht Spannung pur. Die Rallycross-Krone ist bereits vergeben, aber wer sichert sich die Plätze zwei und drei hinter Kristoffersson?

Endergebnis Finale:

1 Johan Kristoffersson                 3 min 31.118s

2 Petter Solberg                            3 min 31.718s

3 Andreas Bakkerud                     3 min 32.813s

4 Sébastien Loeb                           3 min 33.441s

5 Mattias Ekström                        3 min 39.187s

6 Timmy Hansen                            3 min 35.954s (+ 5 sek.)