WRX Frankreich: Doppeltes Podium für Hansen-Brüder

Bild: FIAWorldRallycross.com

Team Hansen MJP´s Timmy Hansen gewinnt World RX of France, den achten Lauf zur FIA Rallycross Weltmeisterschaft in Loheac. Mit seinem dritten Sieg in dieser Saison kämpft er sich zurück in den Kampf um den Titel. Hansen gewinnt das Finale vor Anton Marklund (Renault Mégane RS) und seinem jüngeren Bruder Kevin Hansen (Peugeot 208).

Am Ende der Qualifikationsläufe durfte Timmy sich „Top Qualifier“ nennen. Die Vorläufe waren so spannend wie lange nicht. Vier unterschiedliche Fahrer schafften es einen Qualifikationssieg einzufahren. Zunächst gelang Toomas „Topi“ Heikkinen als Wildcard-Fahrer die erste Überraschung, als er seinen Hyundai i20 als schnellster um die 1,3 Kilometer lange Strecke pilotierte. Ihm folgten Rokas Baciuška in Q2, Andreas Bakkerud in Q3 und Timmy Hansen in Q4. Während Meisterschaftskandidat Andreas Bakkerud die Qualifikationsläufe auf Platz drei abschloss, fand Kevin Hansen sich lediglich auf Platz 10 wieder und musste damit einen herben Rückschlag in der Meisterschaft befürchten.

Halbfinale eins ein Klassiker – Halbfinale zwei ein Thriller

Im ersten Halbfinale hatten die Topfavoriten keine große Mühe. Andreas Bakkerud und Timmy Hansen ziehen ohne wirkliche Gegenwehr ins Finale. Ihnen folgen konnte Anton Marklund, der beim Start direkt Toomas Heikkinen schlucken konnte, indem er ihm einen kleinen Stoß auf die Heckschürze gab und diesem dadurch der Auspuff verbog. Somit blieb Heikkinen bei seinem Gaststart das Finale verwehrt. Das zweite Halbfinale wuchs zu einem wahren Thriller. Grönholm fuhr seinen Verfolgern von Start aus davon und sah sich in komfortabler Führung. Dahinter kam es zu einem innigen Fight zwischen Baciuška, Scheider und Kevin Hansen. Nach dem Start gelange es Baciuška die zweite Position zu halten, ehe er in die Jokerlap abbog und damit Platz für Scheider machte, um sich vor Kevin zu halten. In der letzten Runde bogen Grönholm und Scheider in die Jokerlap ab. Scheider konnte trotz vermeidlich großem Abstand den zweiten Platz nicht halten und musste feststellen, dass es sogar nicht für den dritten Platz wird reichen können, da Hansen seinen Peugeot bis ans Limit fuhr und den dritten Platz für sich rettete.

Bild: FIAWorldRallycross.com
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Bakkerud schließt Grönholm die Tür und bittet den Rest vorbei

Die beiden Starter aus der ersten Reihe in diesem Finale hießen nun also Bakkerud und Grönholm. Nach einem guten Start vom Hyundai-Piloten sieht Bakkerud in Grönholm die größte Gefahr im Kampf um den Sieg und schließt die Tür. Da er aber völlig den Bremspunkt verpasst, schießen beide an Kurve eins vorbei und müssen den Rest des Feldes ziehen lassen. Der dadurch führende Timmy Hansen profitiert und lässt sich die Führung nicht mehr nehmen. Auch Kevin macht direkt zwei Plätze gut und profitiert sogar von zwei frühen Jokerlaps von Baciuska und Marklund. In freier Fahrt macht der jüngere Hansen viel Zeit gut und belohnt seine perfekte Leistung aus Halbfinale und Finale mit einem dritten Platz. Zweiter wird GCK-Pilot Anton Marklund.

„Das Wochenende war unglaublich. Im Kampf um die Meisterschaft habe ich zwei große Schläge hinnehmen müssen, als ich in Abu Dhabi und Kanada keine Punkte einfahren konnte. Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis und meiner Position in der Meisterschaft“, so Hansen nach seinem Sieg. Bei noch zwei ausstehenden Rennen in Lettland und Südafrika führt Andreas Bakkerud mit 160 Punkte die Tabelle an. Ihm folgen die Hansen`s im Gleichschritt mit 158 Punkten.

„Für die Meisterschaft ist es interessant mitten im Kampf zu stecken. Es wird bis zum Schluss sehr interessant sein. Kevin, Andreas und ich fahren alle um den ersten Weltmeisterschaftstitel in unserer Karriere. Wer ihn einfahren wird, wird am besten mit dem nun bestehenden Druck umgegangen sein“, so Hansen weiter.

Ergebnis WRX Frankreich
1. Timmy Hansen (Peugeot)
2. Anton Marklund (Renault)
3. Kevin Hansen (Peugeot)
4. Rokas Baciuška (Renault)
5. Andreas Bakkerud (Audi)
6. Niclas Grönholm (Hyundai)

WRX-Stand
1. Andreas Bakkerud 160; 2. Kevin Hansen 158; 3. Timmy Hansen 158; 4. Niclas Grönholm 135; 5. Janis Baumanis 120; 6. Timur Timerzyanov 109